Geschichte der Pfarrgemeinde Linz - Innere Stadt

 

Vorgeschichte:

 

Das Toleranzpatent von Kaiser Joseph II brachte 1781 für die evangelische Kirche die Duldung. Die Toleranzgemeinde Thening hatte 1781 ein riesiges Gebiet zu betreuen, das vom Mühlviertel bis Linz, Teile des Waldviertels und Teile Niederösterreichs unterhalb der Enns umfasste. 1783 wurde die Gemeinde Thening eine selbstständige Pfarre, in diesem Jahr wurde auch der Bau eines Bethauses und die Anstellung eines Pfarrers bewilligt.

Schon 1783 wurde vom Theninger Pfarrer einmal im Monat für das Militär in der Linzer Schlosskapelle einen Gottesdienst abgehalten. Die evangelischen Bürger und Handwerker mussten aber zum Gottesdienst in das 11 Kilometer entfernte Thening gelangen.

Johann Konrad Vogelstraße

1819 fand die erste evangelische Taufe seit der Reformationszeit in Linz statt.

 

Gemeindegründung:


1826 wurde der Wunsch laut, eine eigene Gemeinde in Linz zu gründen und ein Bethaus zu bauen. In einer Eingabe an die Landesregierung findet sich neben den Namen bedeutender Bürger auch der des Zuckerbäckers Johann Konrad Vogel. (Am 9. August. 1796 in Weihenzell bei Anspach/Bayern geboren) Er kam durch den Nürnberger Marktfahrer Johann Tobias Kießling, nach Linz und wurde Besitzer einer Konditorei. Er soll auch die „Linzer Torte“ erfunden haben.
Am 10. März 1834 wurde Johann Konrad Vogel einstimmig zum Kirchenvorsteher der evangelischen Gemeinde Linz und Umgebung gewählt. Dieses Amt übte er bis 1861 aus. Als Wohltäter der Armen ohne Unterschied der Konfession war Johann Konrad Vogel beachtet und bekannt. Er starb als Ehrenbürger der Stadt Linz am 8. Oktober 1883.
1834 wurde Linz Filialgemeinde von Thening, 1835 und 1838 wurde immer wieder um die Genehmigung für den Bau eines Bethauses angesucht – vergebens.

 

KIrchenbau und Selbständigkeit

 

1841: Bewilligung für den Bau eines Bethauses – eine selbstständige Gemeinde kann entstehen!
Am 16. September 1841 wurde endlich die Bewilligung zum Bau eines Bethauses erteilt. Es wird ein Grundstück an der Landstraße gekauft.
Am 30. März 1842 wird mit dem Bau des Bethauses begonnen

Das Bethaus

Am 20. Oktober 1844 wurde das Bethaus feierlich eingeweiht
Nach der damaligen Bauordnung musste evangelische Gotteshäuser 50 Meter von der Straße zurück versetzt gebaut werden, denn es durfte nicht im Straßenbild dominieren. Heute können wir über diese Vorschrift dankbar sein, weil die Martin Luther Kirche durch die Distanz zur Landstraße besser zur Geltung kommt.
Am 24. August 1845 wurde die Orgel eingeweiht.
1849 wurde mit dem Bau des Pfarr- und Schulhauses begonnen, das dort stand, wo heute das Geschäftshaus und das Gemeindezentrum ist.
Am 5. Jänner 1850 wurde Linz eine selbstständige Gemeinde
1853 wurde der Bau eines Turmes zum Bethaus genehmigt, am 23. Juli 1854 fand die Grundsteinlegung für den Turm statt.
Am 18. Dezember 1859 werden drei Glocken geweiht.
1862 ist der Turmbau fertig. Die Frauen der Gemeinde spendeten das goldene Turmkreuz.

 

Gallneukirchen und Diakonissenkrankenhaus

 

1870 wird Gallneukirchen Tochtergemeinde, 1872 selbstständige Gemeinde.
Am 26. August 1906 wurde das evangelische Krankenhaus (Diakonissenkrankenhaus) eingeweiht.

 

Südtirolerstraße, Predigtstation Leonding, neues Gemeindezentrum

 

1910 wurde die Kirche renoviert.
Im August 1928 erscheint die erste Ausgabe des „Linzer Kirchenboten – Nachrichten aus der evangelischen Gemeinde A. B. Linz a. d. D.“
Im Jänner 1930 wird das Haus Schützenstraße 7, heute Südtirolerstraße 7, gekauft und ein Schülerheim für Buben und Mädchen und ein Gemeindesaal eingerichtet. Am 8. November 1931 wurde das Haus eingeweiht.
1934 wurde „100 Jahre evangelische Gemeinde Linz“ gefeiert (1834 wurde Linz Tochtergemeinde von Thening)
1945 wird das Haus Südtirolerstraße 7 durch Bomben völlig zerstört.
1949 wird die Kirche renoviert und erhält den Namen „Martin Luther Kirche"!
Die evangelische Gemeinde Linz-Stadt heißt ab nun Linz-Mitte.
1. Jänner 1955: Errichtung einer Predigtstelle in Leonding
6. November 1955: Erster evangelischer Gottesdienst in der Predigtstelle Leonding.
4. Dezember 1955: Erste Radioübertragung eines Gottesdienstes aus der Martin Luther Kirche
8. April 1962: Die neue Orgel wird geweiht

 

Geschäftshaus und neuere Entwicklungen:

 

Das alte Pfarrhaus mit Schulzimmer, Pfarrerwohnungen und Kanzleien wird abgerissen und ein Geschäfts- und Bürohaus errichtet. Mit den Einnahmen sind die Finanzen der Gemeinde trotz rückläufiger Seelenzahl, gesichert.
10. November 1974: Das neue Gemeindezentrum Johann Konrad Vogelstraße 2a wird eingeweiht.
April 1976: In Leonding wird ein Predigtstationsausschuss gewählt.
Oktober 1976: Neuer Gottesdienstraum in Leonding im ehemaligen Musikerheim.
12. November 1978: Grundsteinlegung für das evangelische Gemeindezentrum Leonding.
27. April 1980: Einweihung der „Lukaskirche“ und des neuen Gemeindezentrums in Leonding in der Lehnergutstraße 16
5. Juli 1981: Erstes Gemeindefest in und bei der Martin Luther Kirche.
21. Oktober 1984: Festgottesdienst „140 Jahre Martin Luther Kirche“.
5. Juli 1987: Feierliche Eröffnung des Gemeindezentrums Leonding und erstes Gemeindefest in Leonding.
8. Oktober 1989: Orgelweihe in Leonding.
28. April 1991: Eröffnung des evangelischen Jugendzentrums und Wohnhauses in der Südtirolerstraße 7
20. Oktober 1994: 150. Kirchweihjubiläum der Martin Luther Kirche.

1997 wurde die Martin Luther Kirche fachgerecht renoviert. Der erste Gottesdienst fand zum Reformationsfest am 31. 10. 1997 statt.
18.5.1997: Das neue Turmkreuz wurde gesegnet.  Das alte Turmkreuz hatte in 135 Jahren größere Schäden erlitten, als gedacht. Daher wurde ein neues Kreuz angefertigt, das nun weithin sichtbar strahlt. Das neue Turmkreuz wurde von der damaligen Kuratorin Ulrike Pischulti gespendet.

 

1.12.2006: Die neue Orgel wurde gesegnet.  


Dank großzügiger Spenden und Förderungen konnte eine Orgel errichtet werden, die nicht nur den Gottesdienstgesang begleitet, sondern auch im Kulturleben der Stadt Linz eine fixen Platz einnimmt.

 

In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Geschäftshaus und Gemeindezentrum neu gestaltet und modernisiert.

 

1.11.2011: Der neue Kirchenvorplatz ist fertig.

 

Stammbaum der Pfarrgemeinde